Die Thüringer Kirmes ist nicht ein Nachwende-Ereignis, sondern einhistorisch gewachsenes Ereignis. Sicher - viele Gemeinden formierten ihre Kirmesgesellschaften erst in Jahren nach 1990. Somit haben viele Jugendliche in den Gemeinden ein nützliches Hobby und somit eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Nicht nur das Biertrinken steht bei ihnen auf der Tagesordnung, sondern auch die Förderung des Brauchtums. Besonders ausgeprägt ist es bei der Mühlberger Kirmesgesellschaft, die nicht nur in ihrer Kleidung sichtbar ist. Ob das Brauchtum auch in den nächsten Jahren am Leben erhalten werden kann wird sich zeigen. Geburtenschwache Jahrgänge stimmen die Gesellschaften in ihre Nachwuchsplanung nachdenklich. Die Resonanz bei der Bevölkerung ist auch rückläufig. Würden nicht zahlreiche Kirmesgesellschaften anwesend sein - die örtlichen Besucher würden nicht einmal einen Teil der Kirmessäle füllen. Erste Auswirkungen sind auch hier in Mühlberg sichtbar. Nach vielen Jahren wurde nach einer enttäuschenden Besucherzahl die Männerkirmes dieses Jahr abgesagt. Eine Aktivierung der örtlichen Bevölkerung erachte ich als vorrangig wichtig. An der Kirmes Musikkapelle oder den DJ liegt es sicher nicht. Sie sorgen für reichlich Stimmung und für tanzbarer Musik für alle anwesenden Generationen.
Eine Besonderheit ist die nordthürinischen Stadtkirmes Mühlhausen. Hier wird die einzige Kirmes Europas in einer Stadt durchgeführt. In der letzten Augustwoche findet dieses reges Treiben statt.
Im nordrhein-westpfählischen Gebiet ist es nicht das traditionelle Kirchweihfest, sondern eher ein Volksfest mit zahlreichen Schaustellern. Bereits gewaltige Veranstaltungen sind es mittlerweile geworden. Erwähnenswert ist hierbei die Annakirmes Düren, wo man hier lebendig, offen und mittendrin ist.
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